Jüdischer Friedhof

Jüdischer Friedhof

Jüdischer Friedhof in der Dohány Str.

Budapest, Dohány u. 2.

Es ist nicht gewöhnlich, dass es einen Friedhof neben einer Synagoge gibt – die Errichtung des Friedhofs von bloß 3000 m2 wurde von den traurigen geschichtlichen Ereignissen erzwungen. Als Teil des sog. Eichmann-Planes wurden im Jahre 1944 etwa 70.000 Juden im Pester Ghetto zusammengepfercht, und bis zur russischen Befreiung am 18. Januar 1945 starben davon ca. 8-10.000. Zwar konnte ein Großteil der Verstorbenen in den Kozma-Friedhof gebracht werden, doch musste man ca. zweitausend in diesem Zwangsfriedhof beerdigen. Zum Andenken der Verstorbenen steht hinter der Synagoge im Raoul Wallenberg Gedenkpark das Werk von Imre Varga – eine Trauerweide, die an ihren Blättern die Namen und Tätowierungsnummern der Verschollenen trägt.

Jüdischer Friedhof in der Kozma Str.

Budapest, Kozma u. 6.

Ungarns größter israelitischer Friedhof, der gemeinsam mit dem Neuen Gemeindefriedhof (Új köztemető) erschlossen wurde. Hier ruht die Elite des Budapester Judentums bzw. des jüdischen religiösen und kulturellen Lebens. Zugleich ist die Reihe der Mausolea längs der Wand an der Kozma Straße ein einzigartiges Kunstdenkmal. Die Grabmale wurden von namhaften Architekten entworfen. Die monumentale weiße Leichenhalle wurde 1891 nach den Plänen von Wilhelm Freund erbaut; die Löwen beim Eingang sind Alois Strobl zu verdanken. Das Holocaust-Denkmal wurde aufgrund der Entwürfe von Alfred Hajós im Jahre 1949 erbaut, an dessen Steinpylonen die Namen hunderttausender Opfer zu lesen sind.
Als Zeichen der Erinnerung an die lieben verstorbenen Familienangehörigen und um der Vollständigkeit willen sind an diesem Denkmal zahlreiche Ergänzungseinträge mit Bleistift zu lesen: die Namen der nicht Erfassten.

 

Altofener jüdischer Friedhof (Óbudai zsidó temető)

Budapest, Külső Bécsi út 369.

Der Friedhof wurde von der Gemeinde aus Óbuda (Altofen) schon 1922 eröffnet. Der junge Rabbiner Ignaz Schreiber stellte in seiner Eröffnungsrede die Frage: „Wer wird wohl der erste Tote sein? Ein einfacher Mensch, oder ein Großer?” Ironischerweise war es gerade Schreiber, der zum ersten Toten wurde, der hier bestattet wurde, da er kaum drei Tage nach der Eröffnung des Friedhofs einen Verkehrsunfall erlitt. Später wurden die sterblichen Überreste der Altofener Rabbiner Moses Müncz, Julius Wellesz und Julius Klein hierher umgebettet. Das Grabmal des Moses Müncz ist eine bedeutende Pilgerstätte und wird auch von vielen Ausländern aufgesucht. Die orthodoxen Juden nähern sich dem Grab jedoch nicht, und beten außerhalb vom Zaun, von der Straße. Im Friedhof befindet sich das Grab der 149 Opfer des Maros-Krankenhauses – es wurden am 21. Januar 1945 sowohl Kranke als auch Krankenschwester und Ärzte von Pfeilkreuzlern (Hungaristen) ermordet. Von den Wissenschaftlern und Künstlern ruhen hier der Schriftsteller Andor Endre Gelléri, der zum Opfer des Nationalsozialismus wurde, bzw. der weltberühmte Psychologe Ferenc Mérei.