Béla Balázs

Bela Balazs

 

Dichter, Schriftsteller, Filmästhet, Hochschullehrer Balazs wurde als Herbert Bauer im südungarischen Szeged geboren. Als Student waren er und Zoltán Kodály Zimmergenossen, später auch Freunde und Schaffensgenossen. Seine dichterische Laufbahn begann im Jahre 1908. Später veröffentlichte er Theater- und Filmkritiken in Tages- und Wochenblättern, aus denen sein filmästhetisches Hauptwerk, Der sichtbare Mensch (1925) hervorging. Zwischen 1926 und 1930 war er als Mitarbeiter von Erwin Piscator und Georg Wilhelm Pabst in Berlin tätig, wo er Leni Riefenstahl kennenlernte und Drehbücher für mehrere ihrer Filme schrieb. Als Lehrer der Hochschule für Filmkunst ließ er sich 1932 in Moskau nieder. Nach dem Jahre 1945 kehrte er nach Budapest zurück und setzte seine Tätigkeit als Filmproduktionsorganisator, Lehrer und Redakteur fort, während er auch in Prag und Rom unterrichtete. Anhand seines Werks wurden die Oper Herzog Blaubarts Burg und das Ballett Der holzgeschnitze Prinz, beide von Béla Bartók komponiert, bzw. auch der Film Irgendwo in Europa von Géza Radványi gedreht. Das Singspiel Panna Czinka wurde gemeinsam mit Kodály arrangiert. Im Jahre 1948 erhielt er den Kossuth-Preis und starb ein Jahr später an Gehirnblutung. Zu seiner Ehre wurde eine staatliche Auszeichnung, der Béla-Balázs-Preis gegründet, der vom jeweiligen Minister für Kultur für hervorragende Tätigkeit im Bereich Film verliehen wird. Sein Grab befindet sich im Pantheon der Arbeiterbewegung, im Kerepescher Friedhof (ung.: Kerepesi temető). In seiner Heimatsstadt Szeged setzen ihm eine Bronzebüste in der Gedenkhalle am Domplatz, eine Gedenktafel am Dugonics Platz und ein Saal des Innenstadtkinos ein Denkmal.

Nationale Gedenkhalle 

Szeged, Domplatz 8. Die nationale Gedenkhalle, oder „das Szegediner Pantheon” wurde 1930 von Kultusminister Kuno Klebelsberg errichtet, der mit dem Programm „kulturelle Überlegenheit” den durch die Trianon- Beschlüsse gebrochenen Nationalstolz aufbauen wollte. Die ersten zwölf Statuen wurden aus dem Nachlass des Bildhauers Alajos Stróbl gekauft; in der stets wachsenden Sammlung wird mittlerweile mehr als hundert ungarischen Persönlichkeiten ein Denkmal gesetzt. Unter ihnen befinden sich Portraits (aus Stein, Marmor und Bronze) namhafter Ungarn, Künstler und Wissenschaftler, wie Franz Liszt, Mihály Munkácsy, Miklós Radnóti, Béla Bartók, Zoltán Kodály, Béla Balázs, Albert Szent-Györgyi, Immánuel Löw und Ferenc Kölcsey.